{"id":766,"date":"2013-06-28T21:45:17","date_gmt":"2013-06-28T19:45:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unilinks.info\/blog\/?p=766"},"modified":"2014-09-05T16:22:05","modified_gmt":"2014-09-05T14:22:05","slug":"dont-call-me-white-weise-privilegien-sichtbar-machen-und-hinterfragen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unilinks.info\/blog\/?p=766","title":{"rendered":"&#8222;Don&#8217;t call me white&#8220;? \u2013 Wei\u00dfe Privilegien sichtbar machen und hinterfragen!"},"content":{"rendered":"<h2>Ist Rassismus wirklich nur in der extremen Rechten oder staatlichen Politiken zu verorten?<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">An der Uni Bielefeld fand in der Woche vom 2.-\u00ad6.6.08 mal wieder das \u201efestival contre le racisme\u201c statt. Viele Gruppen aus dem linken und linksliberalen Spektrum haben sich an der Gestaltung des festivals beteiligt. Konsens scheint dabei zu sein, dass Rassismus dumm,\u00a0\u00a0 diskriminierend und menschenverachtend ist. Rassismus soll\u00a0\u00a0 kritisiert, und \u00fcberwunden bzw. abgeschafft werden. Auch au\u00dferhalb der Uni, in der politischen Linken und dar\u00fcber hinaus ist diese Position oft vorzufinden, die auch zu unterst\u00fctzen ist.<br \/>\nDoch was ist gemeint wenn von Rassismus gesprochen wird und was wird dabei \u00fcbersehen? Rassismus wird von linken Gruppen h\u00e4ufig vorrangig wahlweise in der extremen Rechten oder beim Staat und in seinen Gesetzen (Abschiebung, Residenzpflicht,&#8230;) verortet und\u00a0\u00a0 kritisiert. Dementsprechend schien auch das Programm des \u201efestival contre le racisme\u201c gestaltet zu sein. Die Inhalte der Veranstaltungen sind sicher auch richtig und es gilt weiterhin dazu zu arbeiten. Besonders erfreulich war die Einladung von Gruppen aus der migrantischen Selbstorganisation wie \u201eThe Voice\u201c.<br \/>\nAllerdings liegt die Gefahr der Verortung des Rassismus bei z.B. staatlichen Institutionen, darin, dass dieser in jedem Fall au\u00dferhalb von mir selbst und \u201aunseren\u2019 linken Zusammenh\u00e4ngen gesucht und gefunden wird, w\u00e4hrend wir selbst als Subjekte (in dem Fall\u00a0\u00a0 der\u00a0\u00a0 Autor_innen wei\u00dfe mehrheitsdeutsche Subjekte) damit scheinbar nichts zu tun haben.<br \/>\nDieses Verst\u00e4ndnis halten wir f\u00fcr problematisch, da es entscheidende Aspekte von Rassismus als sozialem Verh\u00e4ltnis in das alle in dieser\u00a0\u00a0 Gesellschaft lebenden Menschen verstrickt sind, \u00fcbersieht. In Abgrenzung dazu wollen wir Rassismus begreifen als eine gesellschaftliche (diskursive) Struktur, in dem ein bestimmtes Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnis zum Ausdruck kommt. Rassismus als ein Ph\u00e4nomen postkolonialer Gesellschaften bringt dominante, priviligierte Wei\u00dfe Positionen und marginalisierte Schwarze Positionen hervor und\u00a0\u00a0 weist Subjekten diese zu, bzw. l\u00e4sst jene als solche erst innerhalb dieser bestehen. In diesem Verh\u00e4ltnis gibt es zun\u00e4chst kein Au\u00dfen, keinen \u201eguten\u201c (Sprech\u00ad)Ort, von dem aus integer kritisiert werden kann.<br \/>\nEine solche verschobene und erweitete Sichtweise erm\u00f6glicht es, sowohl die Beteiligung von allen Wei\u00dfen an Rassismus, als auch die K\u00e4mpfe die aus einer Schwarzen Position und Perspektive gef\u00fchrt werden, in den Blick zu nehmen. Dabei geht es nicht um eine\u00a0\u00a0 essentialisierende Festschreibung, sondern vielmehr um die\u00a0\u00a0 Ber\u00fccksichtigung der immer schon verorteten\u00a0 Sprechorte und\u00a0\u00a0 krass\u00a0\u00a0 ungleichen\u00a0\u00a0 Machtverh\u00e4ltnisse in der rassistisch<br \/>\nstrukturierten Gesellschaft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir, die Autor_innen dieses Textes, die ebenfalls aus einer wei\u00dfen Position\/Perspektive schreiben\/handeln, sind also mitten drin im Problem-zusammenhang, nicht au\u00dferhalb, und somit aktiv an der Aufrechterhaltung eines rassistischen Verh\u00e4ltnisses beteiligt und profitieren davon durch uns zugewiesene Privilegien. Diese k\u00f6nnen wir nicht einfach loswerden dadurch, dass wir &#8222;anti-rassistisch&#8220; bzw. &#8222;rassismus-kritisch&#8220; drauf sind. Zu dieser Beteiligung geh\u00f6rt beispielsweise in Deutschland als legitim zugeh\u00f6rig anerkannt zu werden und nicht dauernd mit Fragen wie \u201eWo kommst du her?\u201c als <i>anders<\/i> angesprochen zu werden. Dazu geh\u00f6rt auch keinen Alltagsrassismus zu erleben und so unmarkiert als normal angesehen zu werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">:uni<i>Links<\/i>! lieb\u00e4ugelt in diesem Sinne damit, einen kritischen Blick auf die (sozialen) R\u00e4ume zu richten, in denen wir uns bewegen. Dies sind Ort wie die Uni Bielefeld, die n\u00e4chste Mainstream-Disko und die Lieblingskneipe \u2013 das sind aber auch (linke) Zusammenh\u00e4nge wie unsere eigene Gruppe, das AJZ, die Antifa-AG, der AStA, etc., die weitestgehend privilegierte wei\u00dfe R\u00e4ume sind und als solche aufrechterhalten werden und somit wei\u00df bleiben. Dies ist aus der hier vorgeschlagenen Perspektive<a href=\"https:\/\/secure.popez.org\/plone\/unilinks\/all-die-ganzen-jahre\/2000-acht\/alle-jahre-wieder\/dont-call-me-white-2013-weise-privilegien-sichtbar-machen-und-hinterfragen#_ftn1\">[1]<\/a> kein Zufall, sondern durch strukturelle Abgrenzungsmechanismen hervorgebracht. Wenn auch an dieser Stelle keine ausf\u00fchrlichere Analyse pr\u00e4sentiert werden kann, soll doch diese Sichtweise zum Thema gemacht werden und zur Auseinandersetzung mit den komplexen Verstrickungen der rassistisch strukturierten Verh\u00e4ltnisse anregen!<\/p>\n<p><b>Gegen Rassismus auf allen Ebenen! <\/b><\/p>\n<p><b>Wei\u00dfe Privilegien und Positionen demaskieren!\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/b><\/p>\n<p><b>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/b><\/p>\n<div>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\" \/>\n<\/div>\n<p><a href=\"https:\/\/secure.popez.org\/plone\/unilinks\/all-die-ganzen-jahre\/2000-acht\/alle-jahre-wieder\/dont-call-me-white-2013-weise-privilegien-sichtbar-machen-und-hinterfragen#_ftnref1\">[1]<\/a> Die Perspektive bezieht sich auf die Critical Whiteness Studies, zum Einstieg zu empfehlen:<\/p>\n<p>Maureen Maisha Eggers, Grada Kilomba, Peggy Piesche, Susan Arndt (Hg.): Mythen, Masken und Subjekte. Kritische Wei\u00dfseinsforschung in Deutschland. 2005.<\/p>\n<p>Eske Wollrad: Wei\u00dfsein im Widerspruch. Feministische Perspektiven auf Rassismus, Kultur und Religion. 2005.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.unilinks.info\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/dont_call_me_white-neu.pdf\">Flyer<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_766 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_766')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_766').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Ihr hier klickt, wird der Button aktiv und Ihr k\\u00f6nnt Eure Empfehlung an Facebook senden. 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