{"id":619,"date":"2013-06-27T12:14:21","date_gmt":"2013-06-27T10:14:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unilinks.info\/blog\/?p=619"},"modified":"2014-09-05T16:22:35","modified_gmt":"2014-09-05T14:22:35","slug":"stellungnahme-zum-verhalten-von-asta-und-stupa-in-der-debatte-um-das-fclr-2012","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unilinks.info\/blog\/?p=619","title":{"rendered":"Stellungnahme zum Verhalten von AStA und StuPa in der Debatte um das fclr 2012"},"content":{"rendered":"<p><strong>Stellungnahme zum Verhalten des AStA der Universit\u00e4t Bielefeld in Bezug auf die rassistischen Vorf\u00e4lle beim festival contre le racisme (fclr) 2012<br \/>\n<\/strong><strong>sowie zur Behandlung des Themas bei der Sitzung des Studierendenparlamentes am 6. Juni 2013<\/strong><\/p>\n<p>Das fclr ist seit Langem ein wichtiger Ort und ein gro\u00dfartiges Ereignis an der Uni Bielefeld und anderswo. Es ist eine wunderbare Gelegenheit, zu der Menschen zusammenkommen k\u00f6nnen und sich ohne gro\u00dfe H\u00fcrden mit Themen auseinandersetzen, Neues lernen und feiern k\u00f6nnen. Dar\u00fcber hinaus bietet es Menschen, die sich engagieren und mitorganisieren wollen, eine gute M\u00f6glichkeit mit wenig H\u00fcrden mitzumachen, ohne Mandat, ohne Wahl, selbstorganisiert und basisdemokratisch. :uniLinks! hat sich immer daf\u00fcr stark gemacht, dass es weiter existiert und von den Geldern der Studierenden finanziert wird und wird dies auch weiterhin tun. Gerade deshalb sehen wir uns aber auch in der Verantwortung, Vorg\u00e4nge beim Festival und den Umgang damit kritisch zu begleiten.<\/p>\n<p>Beim fclr 2012 wurden rassistische Begriffe und Schimpfw\u00f6rter wiederholt genutzt (<a href=\"#1\">1<\/a>). Organisator_innen des Festivals und der AStA der Uni Bielefeld, als unterst\u00fctzende Institution, wurden wiederholt aufgefordert, \u00f6ffentlich zu den Vorf\u00e4llen Stellung zu nehmen. Das fclr 2012 liegt jetzt schon \u00fcber ein Jahr zur\u00fcck, doch bis heute blieb eine solche Stellungnahme aus. Deshalb beschritt :uniLinks! den offiziellen Weg und forderte auf einer Sitzung des StuPa eine \u00f6ffentliche Stellungnahme des AStA. Dabei ging es uns in erster Linie um eine \u00f6ffentliche Positionierung des momentanen AStA zu den damaligen Ereignissen und (trotz teilweiser personeller Kontinuit\u00e4ten) weniger um nachtr\u00e4gliche Rechtfertigung, Aufkl\u00e4rung oder Entschuldigung.<\/p>\n<p>Der AStA konnte nach eigenen Angaben keine Stellungnahme abgeben, da er sich nicht verantwortlich f\u00fchlte und zu keiner gemeinsamen Meinung kommen konnte. In der StuPa-Sitzung, in der dies besprochen wurde, kam es erneut zur Nennung rassistischer Beleidigungen und in einer beispiellosen Weise wurde die Forderung nach einer Stellungnahme l\u00e4cherlich gemacht, auf das besondere Interessengebiet einer einzelnen Person reduziert und als \u00fcbertrieben abgewertet.<\/p>\n<p>Das Nennen rassistischer Begriffe, W\u00f6rter, Beleidigungen, Schimpfw\u00f6rter eines wei\u00dfen Referenten ist Rassismus &#8211; auch wenn es zur Veranschaulichung und gerade, wenn es zur Provokation dienen soll.<\/p>\n<p>Diese Begriffe sind nicht allein W\u00f6rter, die fr\u00fcher mal h\u00e4ufiger benutzt wurden und auf die man heute aus Gr\u00fcnden der Etikette verzichtet. Es sind W\u00f6rter, mit denen Menschen systematisch beleidigt, erniedrigt, diskriminiert wurden und werden, und die verbunden sind mit Unterdr\u00fcckung, Ausbeutung, Versklavung und Genozid. Sie sind somit nicht allein abwertende Bezeichnungen f\u00fcr Schwarze, sondern ein rassistische Konzepte, die Herrschaftsverh\u00e4ltnisse re\/produzieren und hegemoniale Positionen absicheren. Durch die Weiterverwendung dieser Begriffe wird Rassismus aufrechterhalten und verst\u00e4rkt. Es taugt dabei nicht als Rechtfertigung, dass diese Begriffe als Wiederaneignung und Selbstbezeichnung durch negativ von Rassismus Betroffene verwendet werden. Schon seit langem fordern Schwarze Menschen und People of Color (PoC), auch und immer wieder in rassismuskritischen Kontexten, dass rassistische Begriffe nicht weiter verwendet werden: Weder in einer StuPa-Sitzung, noch im Radio, und schon gar nicht im Rahmen eines Festivals, das sich selber antirassistisch nennt.<\/p>\n<p>\u00dcbereink\u00fcnfte dazu, wer wann wie was sagen kann oder nicht, kann man innerhalb einer antirassistischen und rassismuskritischen Debatte unterschiedlich bewerten. Es gibt etwa verschiedene Positionen dazu, ob man etwa \u201en-wort\u201c statt einer rassistischen Bezeichnung benutzt. Uns irritiert daher, wenn der Rahmen eines antirassistischen Konsens verlassen wird, statt sich auf sachlich begr\u00fcndbare Positionen zu einem auch aus antirassistischer Perspektive umstrittenen Thema zu beziehen.<\/p>\n<p>Vom Festivalorganisationsteam wurden f\u00fcr das diesj\u00e4hrige Festival Kritik und Vorschl\u00e4ge miteinbezogen und es hat eine Auseinandersetzung mit den Ereignissen des Vorjahres stattgefunden. Da ist es f\u00fcr uns umso verwunderlicher, dass der AStA trotz mehrmaliger Aufforderung und auch nach mehr als einem Jahr immer noch au\u00dferstande ist, sich \u00f6ffentlich zu positionieren. Der AStA ist eine politische Institution und betont selber, dass er keine Serviceeinrichtung ist. Dies ist unseres Erachtens nach auch Konsens der AStA-tragenden StuPa-Listen. Dementsprechend muss er auch in der Lage sein, sich zu Veranstaltungen, auf denen sein Logo prankt, zu verhalten, sich dazu koh\u00e4rent \u00e4u\u00dfern k\u00f6nnen und Stellungnahmen abgeben, die von ihm vom beschlussfassenden Organ der verfassten Studierendenschaft gefordert werden. In der StuPa-Sitzung am 6. Juni reagierten Mitglieder des AStA und des StuPa stattdessen mit l\u00e4cherlich machen, beleidigen und weiteren rassistischen \u00c4u\u00dferungen. Das zeigt ein solches Ausma\u00df an unreflektiertem Verhalten und rassistischen Abwehrstrategien, dass sie sich als Veranstalter_innen, Organisator_innen und Finanzierende eines antirassistischen Festivals disqualifizieren.<\/p>\n<p>Um es abschlie\u00dfend noch einmal deutlich zu machen: Diese Stellungnahme wurde von :uniLinks! verfasst, nicht von einer einzelnen Person. Und auch die Stellungnahme vom AStA zum Rassismus beim Festival wurde von uns als Gruppe gefordert. :uniLinks! ist eine Hochschulgruppe, in der es pluralistische und sicher auch heterogene Meinungen gibt. Kontroverse auch innerhalb der Gruppe ist uns wichtig. Wenn wir aber mit Positionen an die \u00d6ffentlichkeit treten und es eine \u00f6ffentliche Forderung nach Stellungnahme gibt, dann ist dies eine Gruppenposition und sollte auch als solche verhandelt werden. Dass in der letzten StuPa-Sitzung (und auch schon davor) so getan wurde, als handele es sich um die Forderung, das besondere Interessensgebiet oder den \u201eSpleen\u201c einer einzelnen Person, spricht B\u00e4nde. Das Abwerten von diskriminierungskritischen Positionen als Einzelmeinung, \u201eein bisschen \u00fcbertrieben\u201c und \u201everr\u00fcckt\u201c hat eine lange rassistische Tradition.<\/p>\n<p><a name=\"1\"><\/a>1 Die Ereignisse sind hier nur kurz dargestellt. Eine genauere Darstellung findet sich etwa auf dem <a href=\"http:\/\/akrassismuskritik.wordpress.com\/\">Blog des Ak Rassismuskritik<\/a>.<\/p>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_619 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_619')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_619').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Ihr hier klickt, wird der Button aktiv und Ihr k\\u00f6nnt Eure Empfehlung an Facebook senden. 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