{"id":493,"date":"2013-05-24T20:34:22","date_gmt":"2013-05-24T18:34:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unilinks.info\/blog\/?p=493"},"modified":"2014-09-05T16:23:01","modified_gmt":"2014-09-05T14:23:01","slug":"sicherheit-sauberkeit-dezernat-fm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unilinks.info\/blog\/?p=493","title":{"rendered":"Sicherheit! \u2013 Sauberkeit! \u2013 Dezernat FM!"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: justify;\">\u00d6ffentlicher Raum Universit\u00e4t und autorit\u00e4re Umstrukturierung<\/h3>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Das Dezernat Facility Management an der Uni und sein Chef Christian Schepers, tun sich in den letzten Semestern mit \u00fcbereifriger Aktivit\u00e4t hervor. Dabei werden Initiativen der Studierenden zur\u00fcckgedr\u00e4ngt um die Uni m\u00f6glichst modern und wettbewerbsf\u00e4hig darzustellen. So wurde inzwischen die Garderobe in der Unihalle abgerissen, und durch einen Infopunkt, im zukunftsf\u00e4higen Glasdesign, das Offenheit suggeriert, ersetzt. Am Haupteingang gibt es jetzt einen Verkaufsort f\u00fcr Universit\u00e4ts\u2010pullover, der (zuk\u00fcnftigen) Studierenden erm\u00f6glicht die eigene Dazugeh\u00f6rigkeit uniform in Szene zu setzen. Wieder einmal war im Wintersemester 2009\/10 die Plakatierordnung der Universit\u00e4t bez\u00fcglich des Plakatierens in der Unihalle im Gespr\u00e4ch. Kurzfristig schien es so, als d\u00fcrfe gar nicht mehr in der Halle plakatiert werden. Nach einem kamerad\u2010schaftlichen Gespr\u00e4ch zwischen Teilen des AStAs (Mitglieder der die AStA\u2010Koalition tragenden Hochschul\u2010gruppen, namentlich der Ghg*ol und Jusos), einem stellvertretenden Vorsitzenden des StuPa und dem Rektorat ist der br\u00fcchige Friede wieder hergestellt. In der Halle darf weiter von Studierenden plakatiert werden, solang geb\u00fchrender Abstand vom Infopunkt gehalten wird, damit die Uni nicht aus Versehen mit den Inhalten der Plakate assoziiert wird. Unabh\u00e4ngig davon nahm sich das Rektorat vor ca. einem Jahr das Recht ein Plakat der Antifa\u2010AG zu verbieten, da in einer Ank\u00fcndigung eines Wochenendseminars zur Faschismustheorie, einem eindeutig antifaschistischem Zusammenhang, ein Bild von Adolf Hitler verwendet wurde. Nachdem zwischenzeitig auch Audimin\u2010Parties verboten werden sollten, und somit den Fachschaften und anderen Studierendengruppen die M\u00f6glichkeit genommen werden sollte, unabh\u00e4ngig von Diskotheken Parties zu veranstalten, gibt es jetzt einen Schulterschluss zwischen AStA und dem Dezernat Facility Management. Allerdings haben sich die Auflagen f\u00fcr Audimin\u2010Parties deutlich versch\u00e4rft, so dass bspw. eine hohe Kaution f\u00fcr die Nutzung bereitgehalten werden muss. An den weniger sichtbaren Orten werden den Studierenden die R\u00e4ume weggenommen. So hat das Dezernat Facility Management dem von Studierenden betriebenen Radiosender Hertz 87,9 zwischenzeitlich einen Redaktionsraum entzogen, mit der Folge, dass das Radioprogramm nur noch auch Sparflamme gesendet werden konnte. Auch die Fachschaft Erziehungswissenschaft ist betroffen und musste umziehen. Ein von Mitarbeiter_innen der Abteilung Philosophie versch\u00f6nertes Klo musste im Rahmen des Ordnungswahns und f\u00fcr die Vereinheitlichung selbstst\u00e4ndig wieder zum \u201eNormalzustand zur\u00fcckgef\u00fchrt\u201c werden. Auch wenn es scheint, als w\u00fcrde ein Gro\u00dfteil dieser Ma\u00dfnahmen durch einzelne im Dezernat Facility Management vorangetrieben, so darf doch nicht vergessen werden, dass dies alles mit Einverst\u00e4ndnis des Rektorats vor sich geht.<\/p>\n<h3>R\u00fcckblick<\/h3>\n<p>Vor einigen Jahren wurde das Thema \u00f6ffentlicher Raum und Sauberkeit und \u201eSicherheit\u201c schon einmal an der Uni Bielefeld diskutiert. Ab Dezember 04 wollte das Rektorat in Kooperation mit dem \u201e\u00c4sthetischen Zentrum\u201c (\u00c4Z) die Halle umgestalten, um die Attraktivit\u00e4t und die Funktionalit\u00e4t des Unigeb\u00e4udes zu steigern. Begr\u00fcndet wurde dies im wesentlichen damit, dass die Uni Bielefeld \u201eunter wachsendem Wettbewerbsdruck um Studierende, Lehrende, Drittmittel, Sponsoren etc. gehalten ist, ihr besonderes, Profil\u2019 zu finden\u201c (Rektoratspapier vom 8.12. 2004, siehe damalige AStA\u2010Homepage, vielleicht irgendwo gespeichert?). Die geplanten Ma\u00dfnahmen richteten sich zun\u00e4chst vor allem auf die Gestaltung der W\u00e4nde und die M\u00f6blierung der Unihalle. das Rektorat die Studierendenschaft nicht in die Planung einbezogen hat und diese erst recht sp\u00e4t informiert hat. Zu Recht wird die Umgehung s\u00e4mtlicher demokratischer Entscheidungs\u2010findungsgremien innerhalb der Universit\u00e4t einschlie\u00dflich des Senates kritisiert. Diese Ver\u00e4nderungen wollen wir jedoch in einen weiteren gesellschaftlichen Kontext stellen, um zu einer grunds\u00e4tzlichen Kritik zu kommen.<\/p>\n<h3>\u00d6ffentlicher Raum<\/h3>\n<p>:uniLinks! betrachtet die Politik von Dezernat FM und Rektorat vor dem Hintergrund der seit Mitte der 90er Jahre in der BRD vorangetriebenen Umstrukturierung \u00f6ffentlichen Raums. Innenst\u00e4dte, Bahnh\u00f6fe und Parks wurden und werden vermehrt privatisiert. Der Raum wird verst\u00e4rkten Kontrollma\u00dfnahmen unterzogen, Kameras werden installiert und private Sicherheitsdienste beauftragt. Aus Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen werden Shopping\u2010malls oder Einkaufspassagen mit privatem Hausrecht. Die Innenst\u00e4dte konnten und k\u00f6nnen auf diese Weise effektiver von \u201eunerw\u00fcnschten\u201c Menschen \u201ebefreit\u201c werden, also all diejenigen, die meistens einkommens\u2010schwach sind und nicht am Konsum teilnehmen k\u00f6nnen oder wollen. Hier verschr\u00e4nken sich die Ma\u00dfnahmen mit einem oft auch rassistischen Sicherheitsdiskurs, bspw. bei \u201everdachtsunabh\u00e4ngige Kontrollen\u201c. F\u00fcr Bielefeld sei an die Kamerainstallation im Ravensberger Park erinnert, die mit der Begr\u00fcndung von angeblich mehr Sicherheit zu einem Verdr\u00e4ngen der schwulen \u201eCruising\u201cArea f\u00fchrte. Auch die Dauermusikbeschallung an der Stadtbahnhaltestelle am Hbf (\u201eT\u00fcte\u201c) oder neuerdings vor der Filiale von \u201ePeek &amp; Cloppenburg\u201c steht in diesem Zusammenhang. Begr\u00fcndet werden die beschriebenen Ma\u00dfnahmen mit dem verst\u00e4rkten Wettbewerb der St\u00e4dte und Gemeinden untereinander, um vermeintlich Arbeitspl\u00e4tze schaffende Investor_innen und Tourist_innen. Mensch will in den Innenst\u00e4dten ideale Bedingungen f\u00fcr eine mittelschichts\u2010orientierte Konsum\u2010 und Entertainmentwelt schaffen. Wer in diese Welt nicht passt, muss gehen. Die aus dieser Politik entstehenden K\u00e4mpfe um \u00f6ffentliche R\u00e4ume gehen bis heute unvermindert weiter. So ist der Bielefelder Frauenwagenplatz \u201eWagabanda\u201c momentan akut durch R\u00e4umung.<\/p>\n<h3>Uni Bielefeld<\/h3>\n<p>Diese gesamtgesellschaftliche Situation verschr\u00e4nkt sich also schon seit l\u00e4ngerem mit den Ereignissen an der Uni Bielefeld. An Wochenenden und Feiertagen wird Menschen ohne Studierendenausweis oder B\u00fcro\u2010schl\u00fcssel der Zutritt verweigert, Mensa und Hallenbad sind nur mit Studierendenwerkskarte zu betreten. So werden unerw\u00fcnschte Nutzer_innen der Infrastruktur an der Uni ausgeschlossen; nat\u00fcrlich auch hier mit der Begr\u00fcndung von angeblich zu hohen Kosten und Sicherheitsrisiken. Mit dem Hallenumbau und der durch das Rektorat angef\u00fchrten Begr\u00fcndung, sowie den Ver\u00e4nderungen der letzten Zeit, zieht nun ein weiteres St\u00fcck der kapitalistischen Verwertungslogik in die Uni ein. Die Frage nach der M\u00f6glichkeit von Bildung, die sich w\u00fcnschenswerter Weise mit Emanzipation und der Bef\u00f6rderung von Kritikf\u00e4higkeit verbinden w\u00fcrde, gilt es an diesem Punkt zu stellen. Wie die Innenst\u00e4dte zu sauberen Konsumzonen, soll die Uni nun zu einer ordentlichen und \u00fcbersichtlichen Ausbildungseinrichtung werden. \u201e\u00c4sthetik\u201c bedeutet hier Normierung bzw. Normalisierung. Als Ausgangspunkt der Ver\u00e4nderungen in der Universit\u00e4t wird hier nicht ein realer Missstand genommen, der von den Nutzer_innen der Halle, den Studierenden, als solcher empfunden wird, wie die zum Teil nicht Rollstuhl\u2010gerechten Bereiche an der Uni, auf die der AstA zu Recht hinweist. Stattdessen bezieht sich das Rektorat auf das subjektive Ordnungsempfinden einer kleinen Gruppe, die das damalige Rektoratspapier erarbeitet hat und die das Vorgehen des Dezernats FM und des \u00c4sthetischen Zentrums bestimmt. Der Jargon der zwingenden Notwendigkeit, den das Rektorat und sein Dezernat FM immer wieder verwenden, ist Teil einer typischen neoliberal\u2010repressiven politischen Strategie. Es gibt keine objektiven Missst\u00e4nde, keinen Zeitdruck, keine Knappheit sondern nur getarnte Interessen. Die restriktiv\u2010autorit\u00e4re Politik muss in den oben beschriebenen gesellschafts\u2010politischen Kontext eingeordnet werden, um mit dieser Perspektive eine weitergehende Kritik an der derzeitigen Politik des Rektorates zu formulieren als dies bisher geschehen ist. Der Hallenumbau sollte als Aufh\u00e4nger f\u00fcr eine grunds\u00e4tzliche Kritik am hegemonialen autorit\u00e4ren, (post\u2010)neoliberalen Diskurs im Bereich der Bildungspolitik sowie der Raum\u2010 und Innenpolitik in Deutschland genutzt werden: :uniLinks! wendet sich gegen diesen ganzen Schei\u00df und die Kontrolle von Information und politischer Artikulation in der Universit\u00e4t. :uniLinks! lieb\u00e4ugelt in diesem Sinne mit einer freien Bildung im Sinne von Emanzipation und Kritikf\u00e4higkeit, mit einer Universit\u00e4t als sozialem Raum f\u00fcr leben, lernen, politische Arbeit, nicht\u2010kommerziellen Kulturbetrieb und freien, selbstbestimmten Informationsaustausch. Das Rektorat und das Dezernat FM m\u00fcssen daran gehindert werden, ihre Politik durchzusetzen.<\/p>\n<h3>F\u00fcr freies Plakatieren in der Universit\u00e4t!<\/h3>\n<h3>Rettet die Wandzeitungen!<\/h3>\n<h3>Dezernat FM abschaffen!<\/h3>\n<h3>\u201eSt\u00fcrmt das Schloss!\u201c<\/h3>\n<p>Wahlen zum Studierendenparlament 28.6. \u2013 2.7. 2010 Liste 6 :uniLinks!_r.o.s.a<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.unilinks.info\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/unilinx-Juni10.-Sicherheit-Sauberkeit-Dezernat-FM.pdf\">Flyer<\/a><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_493 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_493')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_493').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Ihr hier klickt, wird der Button aktiv und Ihr k\\u00f6nnt Eure Empfehlung an Facebook senden. 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