{"id":152,"date":"2013-03-07T00:33:05","date_gmt":"2013-03-06T22:33:05","guid":{"rendered":"http:\/\/new.unilinks.info\/blog\/?p=152"},"modified":"2014-09-05T16:26:08","modified_gmt":"2014-09-05T14:26:08","slug":"expo2000-nachhaltige-propaganda-furs-neue-jahrtausend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unilinks.info\/blog\/?p=152","title":{"rendered":"Expo2000: Nachhaltige Propaganda f\u00fcr&#8217;s neue Jahrtausend"},"content":{"rendered":"<h2>Vom 1.6. &#8211; 30.10.99 findet in Hannover und weltweit an sogenannten dezentralen Standorten die Weltausstellung EXPO 2000 statt. Dort werden sich Regierungen von mehr als 170 Staaten, internationale Organisationen, Gro\u00dfunternehmen und multinationale Konzerne pr\u00e4sentieren. Unter dem Motto &#8222;Mensch-Natur-Technik&#8220; soll den erwarteten 40 Mio. BesucherInnen Lust auf Zukunft gemacht werden. Die EXPO hat dabei an sich selbst den Anspruch, L\u00f6sungen f\u00fcr die globalen Probleme der Menschheit zu pr\u00e4sentieren. Tats\u00e4chlich ist sie, wie auch schon die erste Weltausstellung von 1851 in London, nichts anderes als ein Schaufenster der &#8222;industriellen Revolution&#8220; und des Imperialismus, eine Selbstinszenierung von patriarchalem Technikfetischismus und kapitalistischer Macht zur Festigung und Ausbau der bestehen Herrschaftsverh\u00e4ltnisse.<\/h2>\n<div>\n<p align=\"justify\">Vom 1.6. &#8211; 30.10.99 findet in Hannover und weltweit an sogenannten dezentralen Standorten die Weltausstellung EXPO 2000 statt. Dort werden sich Regierungen von mehr als 170 Staaten, internationale Organisationen, Gro\u00dfunternehmen und multinationale Konzerne pr\u00e4sentieren. Unter dem Motto &#8222;Mensch-Natur-Technik&#8220; soll den erwarteten 40 Mio. BesucherInnen Lust auf Zukunft gemacht werden. Die EXPO hat dabei an sich selbst den Anspruch, L\u00f6sungen f\u00fcr die globalen Probleme der Menschheit zu pr\u00e4sentieren. Tats\u00e4chlich ist sie, wie auch schon die erste Weltausstellung von 1851 in London, nichts anderes als ein Schaufenster der &#8222;industriellen Revolution&#8220; und des Imperialismus, eine Selbstinszenierung von patriarchalem Technikfetischismus und kapitalistischer Macht zur Festigung und Ausbau der bestehen Herrschaftsverh\u00e4ltnisse.<\/p>\n<ul type=\"square\">\n<li>\n<p align=\"justify\">Scheinbare L\u00f6sungen werden nur f\u00fcr die, von den EXPO-MacherInnen definierten Probleme der Menschheit pr\u00e4sentiert: Gentechnik gegen den Hunger, Atomkraft als nachhaltige Energiequelle, Liberalisierung des Welthandels zur Bek\u00e4mpfung der Armut im Trikont &#8211; EXPO-Formel &#8222;Weltfrieden durch Welthandel&#8220;<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"justify\">Herrschafts- und Machtverh\u00e4ltnisse zwischen M\u00e4nnern und Frauen, zwischen Kapital und Arbeit, zwischen Nord und S\u00fcd werden ausgeblendet. Armut, Hunger, Kriege und Umweltzerst\u00f6rung k\u00f6nnen demzufolge nicht in rassistischer und patriarchaler Herrschaft und kapitalistischer Ausbeutung von Mensch und Umwelt begr\u00fcndet sein. Als Ursache f\u00fcr all diese Probleme wird im nachhaltigen Weltbild und den Brosch\u00fcren der EXPO GmbH statt dessen einmal mehr die Legende von der &#8222;Bev\u00f6lkerungsexplosion&#8220; in den armen L\u00e4ndern des S\u00fcdens bem\u00fcht.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"justify\">Mit dem von der Agenda 21 \u00fcbernommenen Alleskleber der Nachhaltigkeit soll Akzeptanz f\u00fcr die Mammutshow erreicht werden. Alle Projekte der EXPO m\u00fcssen daher den Anforderungen der Nachhaltigkeit gen\u00fcgen, was suggerieren soll, da\u00df es sich um umweltvertr\u00e4gliche Projekte handelt. Tats\u00e4chlich ist der Begriff der Nachhaltigkeit, der urspr\u00fcnglich von Umweltbewegungen gepr\u00e4gt wurde, inzwischen v\u00f6llig inhaltsleer. Selbst Atomkraftwerke, die Gentechnik und der Autoverkehr sind nachhaltig.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"justify\">Die EXPO behauptet, wir s\u00e4\u00dfen alle in einem Boot und m\u00fc\u00dften gemeinsam an den L\u00f6sungen der Probleme arbeiten. Wer sich weigere, an dem von der EXPO vorgegebenen Weg mitzuarbeiten und etwa das kapitalistische System, welches in den Rang eines Naturgesetzes gehoben wird, zu dem es keine Alternative gibt, ablehnt, mache sich schuldig am Weltuntergang. Ebenso mache mensch sich durch eine grunds\u00e4tzliche Ablehnung der Gentechnik schuldig am Hunger in der Welt. Auf diesem Wege ist es der EXPO bereits gelungenen viele ehemals kritische Umwelt- und Jugendorganisationen in die EXPO mit einzubinden. Diese k\u00f6nnen zwar ihre Vorstellungen auf der EXPO einbringen, schaffen aber durch ihre Beteiligung gleichzeitig Akzeptanz f\u00fcr die EXPO in der Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"justify\">Die BRD-Regierung will die EXPO dazu nutzen, die NS-Vergangenheit endg\u00fcltig hinter sich zu lassen und 10 Jahre Wiedervereinigung abzufeiern. &#8222;Bei der EXPO k\u00f6nnen wir zeigen, wie wir sind &#8211; weltoffen, mit gelebter Menschlichkeit, mit der F\u00e4higkeit zur internationalen Solidarit\u00e4t&#8220; (Helmut Kohl 1997) &#8211; im Gegensatz zur ihrer rassistischen MigrantInnenpolitik und der Politik der &#8222;Inneren Sicherheit&#8220;, die in Hannover aufgrund der EXPO forciert betrieben wird.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Das schreit nach Widerstand !<\/h3>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"antiexpo-0100-01.gif\" src=\"https:\/\/secure.popez.org\/plone\/unilinks\/all-die-ganzen-jahre\/imgs\/antiexpo-0100-01.gif\" \/>Die EXPO mu\u00df als das, was sie ist, demaskiert werden &#8211; eine riesige Propagandamaschinerie mit dem Schlagwort der Nachhaltigkeit, die zu mehr Technikakzeptanz in der Bev\u00f6lkerung f\u00fchren und die Festigung und Intensivierung des kapitalistischen und imperialistischen Systems erm\u00f6glichen soll. Jegliche Beteiligung kritischer Initiativen an der EXPO schafft nur Akzeptanz f\u00fcr das Gesamtprojekt, weil so der Eindruck entsteht, da\u00df mit der EXPO etwas gewonnen werden k\u00f6nnte. Tats\u00e4chlich ist jeder Versuch aus der EXPO das beste herauszuholen, von vorne herein zum scheitern verurteilt. Denn in dem von den Konzernen und Regierungen vorgegebenen Rahmen der EXPO &#8211; weitere Liberalisierung des Welthandels und Probleml\u00f6sungen ausschlie\u00dflich durch neue Techniken, ist eine sozialere und umweltvertr\u00e4gliche Gesellschaftsordnung nicht m\u00f6glich. Der EXPO m\u00fcssen von au\u00dfen Alternativen, wie eine selbstbestimmte Gesellschaft von unten entgegengestellt werden. Dies ist erfolgversprechender als die Beteiligung an dem von oben diktierten Gesellschaftsmodell.<\/p>\n<p align=\"justify\">Auf den Bundesweiten Anti-EXPO-Treffen hat mensch sich zu den M\u00f6glichkeiten des Widerstandes erste Gedanken gemacht. Die Dezentralit\u00e4t der EXPO &#8211; in jeder Region Deutschlands gibt es EXPO-Projekte &#8211; soll f\u00fcr den Widerstand genutzt werden. Das hei\u00dft es sollen nicht nur zentral in Hannover, sondern, m\u00f6glichst zeitlich koordiniert auch an den dezentralen EXPO-Standorten Aktionen stattfinden. Durch kleinere lokale Aktionen ist mensch eher zu erreichen, als durch zentrale Aktionen in Hannover, die in der Presse sowieso weitgehend untergehen. Die bestehenden &#8222;Global Action Days&#8220; gegen Neoliberalismus, f\u00fcr ein selbstbestimmtes Leben sollen hierf\u00fcr genutzt werden.<\/p>\n<p align=\"justify\">Zentrale Aktionen in Hannover sollen nat\u00fcrlich daneben ebenfalls stattfinden. Vom 26.5. bis zum 4.6 ist eine Aktionswoche mit Camps in Hannover, beginnend mit einer Gro\u00dfdemonstration und endend mit den Innenstadtaktionstagen am 3.\/4.6. geplant. Diese Woche soll nur den Auftakt bilden f\u00fcr f\u00fcnf aktionsreiche Monate. Da die Expo ein komplettes Weltbild pr\u00e4sentiert, kann ihre Ideologie sowie die einzelnen Projekte aus allen Blickwinkeln angegriffen werden (unter anderem geplant: Anti-Gentechnik-Woche, antinationaler Aktionstag am 3.10., Alternativausstellungen mit emanzipatorischen Gegenentw\u00fcrfen usw<\/p>\n<p align=\"justify\">\nUm Gegen\u00f6ffentlichkeit zu schaffen, unterst\u00fctzt Unilinks die Beibehaltung der Bielefelder-Anti-EXPO-AG im AStA.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_152 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_152')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_152').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Ihr hier klickt, wird der Button aktiv und Ihr k\\u00f6nnt Eure Empfehlung an Facebook senden. 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