Macht Macht Machismus?

Kommentar zur Stupasitzung am Donnerstag den 18.3.2010

„Ich nehm Euch nur auf Tape auf, ihr disst Euch von alleine!“ (Kinderzimmer Productions, 1998)

Was war das für eine „HERR“liche StuPa-Sitzung am Donnerstag den 18.03.2010. Wir mussten mit ansehen, welch beschissenen Umgang der Großteil der im StuPa vertretenen Listen mit Diskriminierungsvorwürfen zur Schau stellt.

Aus Kritik am AStA-Vorsitzenden Jan Rick (grüne hochschulgruppe*offene Liste) war ein Großteil der AStA-Referent_innen zurückgetreten und ein Misstrauensvotum gegen ihn stand auf der Tagesordnung.
Die Vorwürfe sind zum Einen eine überbürokratische, leidenschaftslose Arbeitshaltung mit teils autoritärem Führungsstil und zum Anderen ein verletzender, verbal aggressiver Gesprächshabitus im Besonderen gegenüber den Referentinnen des AStA. Auf den berechtigten Vorwurf der Frauenfeindlichkeit folgte die ekelige Phase der Sitzung. Die zurückgetretenen Referent_innen saßen wie auf der Anklagebank und durften sich anhören, wie anmaßend diese Beschuldigung sei!
Ja liebe Leute, es sollte unseres Erachtens nach den betroffenen Menschen überlassen werden, zu definieren, wann sie sich wegen ihres Geschlechts diskriminiert fühlen. Doch genau dieses wurde und wird übergangen und stattdessen eine Schuldumkehr hergestellt. Die Diskriminierungsvorwürfe wurden schlichtweg abgetan und in „Mobbing gegen Jan Rick“ verwandelt, was für die ghg ol viel besser klingt…und damit anscheinend auch für die LHG und RCDS. Es darf zitiert werden:

„Ein […] Schwerpunkt unseres Engagements ist die Arbeit gegen jede Form der Diskriminierung. Daher sprechen wir regelmäßig Probleme diesbezüglich an – egal, ob es dabei um Geschlechterrollen [u.s.w.] geht.“1

heißt es im Netz von Seiten der ghg ol…aber das ist ja vielleicht auch schon watt her?! Komplett unglaubwürdig macht sich die ghg ol auch dadurch, dass in ihrem aktuellen
Flyer zur Veränderung im AStA-Team die Vorwürfe gegen Jan Rick schlichtweg nicht thematisiert werden. Der Vorwurf der Frauenfeindlichkeit wird auf „zahlreiche Unstimmigkeiten“ reduziert.
Nachdem sie dann auf der StuPa-Sitzung ihre oben zitierten Grundsätze zwecks der Kronloyalität gegenüber ihrem AStA-Vorsitz vergessen, klüngelten sie daraufhin noch schön mit dem RCDS und LHG um ihre Machtposition zu erhalten. Dass diese beiden letztgenannten Gruppen nicht gerade für antirassistische und antisexistische Positionen einstehen, dürfte allgemein bekannt sein. Der von der ghg ol formulierte Antidiskriminierungsanspruch wird durch diese Zusammenarbeit ad absurdum geführt.
Nun ja, das harmonische Zusammenspiel von schwarz, gelb und grün kennt Mensch ja nun auch schon von den „Großen“.
Dabei geht uns mit diesem Flyer übrigens nicht darum, uns in den Streit zwischen den Listen, welche sonst immer gerne kooperieren (Grüne, Jusos, Kompass usw.) und auch insgesamt eher für Kuschelpolitik mit dem Rektorat stehen, einzureihen. Vielmehr geht es uns in erster Linie darum, den Umgang der grünen Hochschulgruppe mit Diskriminierungsvorwürfen gegen ihren AStA-Vorsitzenden zu kritisieren. Dieser Umgang, betroffenen Personen ihre eigenen Erfahrungen der Diskriminierung
abzusprechen und dies noch in einen Vorwurf gegen sie umzukehren, scheint aber auch innerhalb des Stupas allgemein legitim zu sein.
Wahlbündnis ‚emanzipatorisch_radikale Linke‘ [em_ra_li] (zusammen mit R.O.S.A., Rabatz)
email an: liste [at] unilinks.info

1 http://www.campusgruen.de/vorort/bielefeld.html – 21.03.2010

Eine Printversion des Flyers findet Ihr hier.

Dieser Beitrag wurde unter 2010, Feminismus, Hochschulpolitik abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.